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Fachkräftemangel in Handwerksberufen: Frauen sind ein wichtiger Teil der Lösung

KOFA Kompakt 03/2025

Trotz allgemeiner Konjunkturschwäche bleibt der Handwerkermangel auf hohem Niveau

Trotz der deutlichen Konjunkturschwäche ist die Zahl der offenen Stellen in Handwerksberufen von durchschnittlich 218.547 in Jahr 2023 auf 219.969 im Jahr 2024 leicht gestiegen. Die Fachkräftelücke ging leicht zurück, blieb mit durchschnittlich 107.729 fehlenden Fachkräften im Jahr 2024 jedoch weiterhin groß. So konnten im Jahr 2024 etwa die Hälfte aller offenen Stellen in Handwerksberufen rechnerisch nicht besetzt werden, weil es bundesweit keine passenden Arbeitslosen gab. In Handwerksberufen fehlten knapp 90.000 Gesell:innen, 8.700 Meister:innen und etwa 9.500 weitere Fortbildungsabsolvent:innen. Insgesamt entfiel gut ein Fünftel der gesamten Fachkräftelücke am deutschen Arbeitsmarkt auf Handwerksberufe.

 

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KOFA-Studie zum Download

 

Die Beschäftigtenstruktur verändert sich: weniger Gesell:innen, mehr Meister:innen

Zwischen Juli 2023 und Juni 2024 arbeiteten knapp 2,6 Millionen Beschäftigte in Handwerksberufen, insgesamt etwas weniger als im Jahr 2013. Dieser Rückgang geht insbesondere auf die seit 2018 sinkende Zahl an Gesell:innen zurückzuführen. Denn die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Meister:innen ist in den letzten Jahren konstant gewachsen. Dennoch sind nach wie vor die meisten sozialversicherungspflichtig beschäftigten Handwerker:innen auf Gesellenniveau tätig: Zwischen Juli 2023 und Juni 2024 arbeiteten in Handwerksberufen knapp 2,3 Millionen Gesell:innen, gut 167.000 Meister:innen und gut 102.000 weitere Fortbildungsabsolvent:innen.

 

Der Beschäftigungszuwachs auf Meisterniveau ist weiblich

Insgesamt sind Frauen im Handwerk immer noch unterrepräsentiert. Nur jede:r vierte Beschäftigte in Handwerksberufen ist weiblich, daran hat sich seit 2013 nichts geändert. Allerdingst zeigt die vorliegende Studie, dass die Veränderung der Beschäftigtenstruktur von Gesell:innen hin zu mehr Meister:innen primär durch Frauen getragen wird. So gab es zwischen Juli 2023 und Juni 2024 knapp 30.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Handwerksmeisterinnen, gut 7.000 mehr als noch im Jahr 2013. Die Zahl der auf Meisterniveau beschäftigten Männer blieb dagegen im selben Zeitraum konstant bei etwa 139.000. Hierdurch stieg der Frauenanteil unter Meister:innen von 13,3 Prozent auf 17,1 Prozent.  

Den größten absoluten Zuwachs an Meisterinnen gab es bei Optik-, Hörakustik- und Orthopädiemeisterinnen sowie in der Reinigung und der Körperpflege. Prozentual stieg der Meisterinnenanteil jedoch am stärksten in männerdominierten Gewerken wie dem Hoch- und Tiefbau, in dem sich die Zahl der beschäftigten Meisterinnen mit einem absoluten Plus von 126 bzw. 241 Frauen mehr als verdoppelt hat.

 

Dunkelhaarige junge Frau lächelt in Kamera

Handwerkerinnen orientieren sich deutlich stärker als Handwerker daran, in welchen Berufen Fachkräftemangel besteht. Während in Handwerksberufen ohne Fachkräfteengpässe seit 2013 immer weniger Frauen arbeiten, sind in Berufen mit dauerhaftem Engpass seit 2013 heute deutlich mehr Frauen beschäftigt. 

Lydia MalinStudienautorin

 

Handwerkerinnen vermehrt in Engpassberufen

Unabhängig vom Qualifikationsniveaus zeigt sich zudem, dass Frauen vermehrt in Handwerksberufen arbeiten, in denen schon seit 2013 ein anhaltender Fachkräftemangel herrscht. Während die Zahl der Frauen in Handwerksberufen ohne Fachkräfteengpässe seit 2013 sank (minus 13,4 Prozent), stieg sie in Berufen mit dauerhaftem Engpass deutlich an (plus 17,3 Prozent). Die Zahl beschäftigter Männer in Handwerksberufen mit permanentem Engpass hat sich im selben Zeitraum dagegen kaum verändert (plus 0,6 Prozent). Das bedeutet, Frauen sind schon heute ein wichtiger Baustein der Fachkräftesicherung im Handwerk. Auf Gesellenniveau sind heute deutlich mehr Frauen als noch 2013 in der Kraftfahrzeugtechnik, der Fleischverarbeitung und in der Gebäudereinigung tätig, während im Friseurgewerbe und im Lebensmittelverkauf immer weniger Handwerkerinnen arbeiten.